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Tauchen als Schulsport

Nachfolgend will ich kurz einige Gedaken aufzeigen, welche Vorbedingungen, Implikationen, Inhalte und Methoden für das Sporttauchen im Rahmen von schulsportlichen Arbeitsgemeinschaften und Projekttagen anzusetzen sind.

1. Zielsetzungen

1.1 Grobziele

Tauchen als Schulsport eröffnet den Schülern die Möglichkeit neue Erfahrungen zu machen und Lerninhalte auf vielen Feldern mit den eigenen Sinnen zu erfahren. Sie werden in eine Umgebung hineingenommen, die ihnen neu und ungewohnt erscheint, sie onrientieren sich in diesen neuen Erfahrungsräumen und gewinnen Zutrauen zu sich selbst, indem sie in diesen neuen Erfahrungsräumen sicherer werde.

Sie lernen über den Tauchsport, wie wichtig es ist, in der Gemeinschaft mit anderen zusammenzuarbeiten und wie schön gemeinsame Erfahrungen sind.

1.2 Feinziele

Kognitiv
  • Die S. sollen die grundlegenden Zusammenhänge der Physik beim Tauchen verstehen und auf die Praxis anwenden können (Auftrieb, Druck, Gasgesetze, Temperatur, Lichtabsorption unter Wasser etc. Diese Ziele sollen erreicht werden in Verbindung mit dem Physikunterricht der 7. und 9. Klasse.
  • Die S. sollen über die grundsätzlichen physiologischen und tauchmedizinischen Implikationen des Tauchens, insbesondere die Druckwirkungen auf den menschlichen Körper kennen und verstehen. Sie sollen lernen, welche (u. U. schädlichen) Wirkungen der Druck auf ihren Körper haben kann. Sie sollen diese Wirkungen vermeiden können.
  • Die S. sollen einfache Tauchberechnungen (z. B. Luftplanung basierend auf AMV, Tiefe und Zeit) durchführen können.
  • Die S. sollen über Grundlagen der Ersten Hilfe informiert sein und diese Übungen beherrschen..
Psychomotorisch/tauchsportlich/bewegungstechnisch
  • Die S. sollen das Schnorcheltauchen (Strecke 25+m, tief 3,5 m und Zeit 45+sec.) unter Wasser beherrschen und außerdem längere Zeit an der Oberfläche schnorcheln können, ohne zu ermüden.
  • Die S. sollen grundlegende Übungen mit der ABC-Ausrüstung beherrschen (Maske ausblasen, Antauchen der Maske auf dem Beckenboden und aufsetzen derselben etc.).
  • Die S. sollen sich sicher im Wasser bewegen können und auch in Störungssituationen (z. B. Maskenverlust) richtig reagieren.
Lernziele für die Praxis des PTG-Tauchens
  • Über die Einzelteile, die Funktion und die Arbeitsweise und die möglichen Fehlerquellen (in Grundzügen) einer Tauchausrüstung informiert sein.
  • Aufbau, Zusammenbau, Funktionsüberprüfung des Tauchgerätes beherrschen.
  • Ein Gerät an- und ablegen können, bei stärkeren Schülern auch im Wasser.
  • Vollständig ausgerüstet in das Wasser gelangen, ohne sich und andere zu gefährden.
  • Mit einem Tauchgerät im Pool sicher tauchen können (Effektive Fortbewegung unter Wasser, Tarierung mit und ohne Tarierhilfe, An- Ablegen des Gerätes im Wasser, Antauchen des Gerätes und Anlegen desselben, evtl. Ausrüstungstausch (bei schwächeren Schülern vorerst nur Maske und Schnorchel), Maske ausblasen, alle Standard-Grundübungen der bekannten Tauchausbildung.
  • Die Atmung aus einem Zweitregler und die Wechselatmung beherrschen.

2. Unterrichtseinheiten - didaktische Zielsetzungen

2.1 Unterrichtseinheit Grundlagen der Physik und der menschlichen Physiologie beim Tauchen

Zielsetzung - Inhalte
Hydrophysik
Methodische Hinweise
Physik im Wasser: Schwimmen und Sinken
Das Prinzip von Archimedes
Verschiedene Stoffe unterschiedlicher Dichte, Schiffsrumpfmodell, Cartesischer Taucher
Zeitansatz 3 UE

Gasgesetze
Luft
  • Luft und ihre Zusammensetzung (Name, Wirkung und Fraktion der einzelnen Gase)
  • Luft und Luftdruck

Kaliumpermangangant in Reagenzglas über Brenner erhitzen und Glimmspanprobe, Sauerstoff aus Druckflasche als Verbrennungsbeschleuniger, CO 2 aus Sprudelflasche, Barometer
Boyle-Marriotsches Gesetz
  • Erkennen, dass p und V umgekehrt proportional zueinander sind
  • Auswirkungen auf die Physiologie
  • Tarieren und schwimmen, sinken und schweben
Anwendung: Luftmenge in Tauchflaschen berechnen, Luftverbrauch berechnen, Tarierproblematik.
luftgefüllter Kolbenprober, Manometer, Lungemodell, Arbeitsblätter/Modelle zur Physiologie der Lunge, des Ohres und der Nasennebenhöhlen.

Cartesischer Taucher, Modelle von Schwimmkörpern

Schweredruck in Flüssigkeiten
  • Wasserdruck in bestimmten Tiefen berechnen können.
  • Auswirkungen auf die Physiologie, insbesondere Barotrauma der Lunge
  • Druckausgleich im Mittelohr
großer Standzylinder, umgedrehtes Reagenzglas an Halter, das eingetaucht wird.
Zeitansatz 15 UE

Andere Aspekte der Physik beim Tauchen

  • Sehen und Hören unter Wasser
  • Wasser und Wärmeleitfähigkeit, Thermoregulation und Wärmeschutz
Zeitansatz 2 UE

2.2 Unterrichtseinheit: Der Taucher und seine Tauchausrüstung

Lernziele: Die Schüler sollen die einzelnen Teil einer Tauchausrüstung kennen lernen, Funktion und Anwendung verstehen und die Tauchausrüstung, soweit erforderlich, zusammensetzen und in Funktion setzen können.

Ausrüstungsgegenstände
Gegenstand Hinweise
ABC-Ausrüstung Anforderungen an einen gute Maske, Schnorchel und Flossen. Welche Teile sind nicht empfehlenswert?
Übung des Druckausgleiches im Trockenen
Tauchgerät Tauchflasche (Fülldruck, max. Druck, Ventile)
Atemregler (Anbau an die Flasche, Funktion, Aufgabe, Test)
Finimeter
Jacket oder Tragschale (Anschluss des Inflators, Funktion von Ein- und Auslass)
Instrumente des Tauchers Tiefenmesser (Typen, Funktion)
Uhr
Kompass
Tauchanzug

Unterwasserzeichen

Die wichtigsten Unterwasserzeichen geben und verstehen.

2.3. Unterricht im Schwimmbad

2.3.1 Schnorcheltauchen

2.3.1.1 Erlernen der richtigen Flossentechnik
  • Schnorcheln an der Oberfläche (Kraulen mit bzw. ohne Armeinsatz)
  • Schnorcheln unter Wasser, Vorbereitung zum Streckentauchen, optimale Körperhaltung erzielen.
2.3.1.2 Abtauchtechnik von der Oberfläche

2.3.1.3 Tauchübungen (aufbauend auf 2.3.1.1 und 2.3.1.2)

  • Tief- und Streckentauchen
  • Ausblasen der Maske (zuerst in der Nähe der Oberfläche, dann am Grund des Beckens)
  • Maske unter Wasser ab- und aufsetzen, ausblasen.
  • Tauschen der Masken unter Wasser mit dem Lehrer oder einem anderen Schüler.
  • Durchtauchen der Beine stehender Schüler im flachen Wasser.

2.4 Gerätetauchen

2.4.1 Das Tauchgerät verstehen
  • Aufbau des Tauchgerätes (Flasche, Tragschale, Tariermittel, Regler)
  • Den Zusammenbau des Tauchgerätes beherrschen
2.4.2 Einfache Übungen mit dem Tauchgerät
  • Das Gerät anlegen können
  • Mit dem Tauchgerät im Wasser üben, Regler richtig eintauchen um Sprudel zu verhindern
  • Gewöhnung an die Atmung unter Wasser
  • Erste Tarierübungen
  • Unter Wasser mit Tauchgerät tauchen
  • Lagekontrolle
  • Richtiges Auftauchen
  • Wiederholung Unterwasserzeichen
2.4.3 Fortgeschrittene Übungen mit dem Tauchgerät
  • eigenen Regler "verlieren" und wieder erlangen.
  • Reglerwechsel, Atmen aus dem eigenen Zweitregler oder dem des Lehrers.
  • Wechselatmung.
  • Tauchgerät am Beckenboden ablegen und auftauchen, dabei ausatmen!
  • Antauchen des Tauchgerät und anlegen des Gerätes unter Wasser.
2.4.4 Andere Ausrüstungsgegenstände kennen lernen
  • Tiefenmesser (verschiedene Arbeitsprinzipien)
  • Kompass
  • Uhr